Mit Neujahrsgruß in Chor Zukunft

VON LEONIE WEIDLICH

Belecke – „Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr! Das zu sagen, hatte ich mir vorge­nommen…“, mit diesen Wor­ten begrüßte der Vorsitzende des Männerchores Pankratius 1860 Rolf Jesse lachend seine Sänger bei der Jahreshauptversammlung an Stütings Mühle. So ganz Unrecht hatte er nicht: Zuletzt gese­hen haben sich die Sänger Mitte des Jahres 2020 bei einer Probe. Nach dem herzhaften Lacher zu Beginn hieß er zu­nächst den Ehrenvorsitzen­den Josef Wüllner und den Ehrendirigenten Peter Wessel in der Runde willkom­men. Anschließend übergab Rolf Jesse das Wort an Chor­leiter Martin Krömer der nicht erst das Wort sondern gleich seine Stimm­gabel freudestrahlend nach oben hielt. „Nach eineinhalb Jahren Pause wollen wir doch mal gucken, ob man noch ein Lied hinkriegt“, sagte er und stimmte den „Sängergruß“ an. Wie gut, dass man unter freiem Himmel war: Überraschenderweise klappte die spontane Sangeseinlage sehr gut und so klangen zum ers­ten Mal seit langer Zeit durch Beleckes Straßen wieder die tiefen Stimmen des Chores.

Bei einer Jahreshauptver­sammlung blickt man ja eigentlich auf das vergangene Jahr und die Veranstaltungen zurück. „Wir hätten jetzt be­stimmt über die Irish Folk Night und das Jubiläumskonzert gesprochen.“, schmunzelte Jesse, „und unser Chorleiter hätte uns dafür sehr wahrscheinlich gelobt“.

Auf die offizielle Jubiläums­veranstaltung zum 160 jährigen Jubiläum im Jahre 2020 wären die Männer bestimmt auch mächtig stolz gewesen und der Open-Air Mitsingabend und der traditionelle Männerchor-Abend wären bestimmt auch lange in Erinnerung geblieben. Die tat­sächlichen Erinnerungen an das Jahr hielten sich jedoch in Grenzen, dies war leider einzig die Hauptversammlung zu Anfang des Jahres.

Martin Krömer erinnerte an die erste Probe im Juli 2020 zurück und erklärte, dass für 2021 eigentlich ein Plan aufgestellt wurde, um das Jahr 2020 angemessen nachzuholen. Die Proben letztes Jahr endeten dann nach der sechsten, jedoch auch wieder recht schnell. Dennoch: „Die Proben waren wider Erwarten gut!“, lobte der Chorleiter die Sänger. Au­ßerdem sei die Teilnehmer­zahl beeindruckend gewe­sen. Der Wille weiter zu ma­chen sei auf jeden Fall vor­handen. Dafür sprach Martin Krömer allen ein ganz großes Dankeschön aus. „Die Sieger­ehrung für die beste Probenbeteiligung lassen wir dieses Jahr aber ausfallen – bei sechs Proben“, bemerkte Rolf Jesse, lachend. Trotz allem hatte über den Proben ein Schatten gelegen, denn wirklich wohl hatte sich keiner der Sänger gefühlt. Durch die zwei Meter Abstand gab es zudem keine Gruppendynamik und jeder hatte irgendwie das Gefühl, er würde allein singen. Abschließend dankte der Vor­stand der Kulturinitiative für die kostenlose Bereitstellung der Neuen Aula.

Aktuell herrscht hier die Inzidenzstufe 0, was konkret bedeutet, dass der Chor relativ „normal“ proben kann sogar ohne Maske. Startdatum ist Mittwoch dieser Woche. Die Sänger sind schon in heller Vorfreude. Dazu bemerkte Krömer, dass man natürlich nicht dort ansetzen könne, wo man aufgehört habe. „Im      Prinzip ist es ein Einstieg und wir fangen alle bei Null an“, erklärte er. „Es ist also eine super Gelegenheit für jeden bei uns anzufangen“ Wer also Interesse hat, beim Belecker Männerchor Pankratius 1860 jetzt einzusteigen, wird herzlich emp­fangen.

Damit alles aber weiterhin gut läuft, bedarf es auch eines starken Vorstandes. Dieser besteht normalerweise aus sieben Köpfen und es stand das Amt des Beisitzers zur Wahl an dem Abend. Aufgrund der schweren Zeit, war es aber leider genauso schwer den Posten zu besetzen und deshalb bleibt dieser nun erst einmal frei. „Trotzdem sind wir, mit einem sechsköpfigen Vorstand gut besetzt“, beton­te der Vorsitzende. Trotzdem gab es eine Neuwahl: Markus Schröder besetzt nun das Amt des Kassenprüfers.

„Wenn nicht jetzt wann dann?“

Nach den Jubilarehrungen der Sänger durch den Vorsitzenden erhob sich Ehrenvor­sitzender Josef Wüllner für ei­ne besondere Würdigung. Er sprach Lob und Dank an den aktuellen Vorsitzenden Rolf Jesse aus, der nicht nur von Anfang an ein „engagiertes Mitglied“ gewesen sei, son­dern auch zusätzlich als Vize-Chorleiter wirke. Zudem ge­be er aktuell sein Bestes, um den Verein durch die schwie­rige Zeit zu leiten. Wüllner überreichte dem Vorsitzen­den Rolf Jesse dann ein Präsent für seine 50-jährige Mitgliedschaft.

Mit Blick auf die Zukunft konnte noch nicht viel festge­legt werden. In diesem Jahr soll auf jeden Fall noch die zentrale Jubilarehrung des Sängerkreises Open-Air in Be­lecke stattfinden. Zudem soll am 16. Dezember das Pontifi­kalamt zum 725-jährigen Be­stehen der Stadt Belecke und der Propsteigemeinde beglei­tet werden, da genau an dem Tag vor 725 Jahren die Stadt­rechte verliehen wurden.

Für 2022 sind zunächst nur vier Termine geplant. Den Beginn des Jahres läutet die Jahreshauptversammlung ein.

Darauf folgt im März 2022 die „Irish Folk Night“ des Projekt­chores. In Mai soll die Jubilä­umsveranstaltung an Stütings Mühle nachgeholt wer­den. Zum Abschluss des Jah­res soll es endlich das Jubilä­umskonzert „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ geben ­und zwar am 19. November.

Bevor jedoch so weit in die Zukunft geschaut wird, freu­en sich die Sänger auf die Pro­ben in der nächsten Zeit. Aus diesem Grund wurde kurzer­hand das Lied „Vergesset auch das Trinken nicht“ zu „Vergesset auch das Singen nicht“ umgedichtet und nach dem zweiten Anlauf fand je­der seinen Ton. So wurde die Versammlung genauso musi­kalisch wohlklingend been­det, wie sie angefangen hatte.

Jubilarehrungen gleich für zwei Jahre

Die Jubilarehrungen erfolgten für die Jahre 2020 und 2021. Vor rund 25 Jahren eingetreten sind Hermann Bertling, Bernhard Klaus, Matthias Hoffmann, Michael Schorlerner, Josef Krieger, Ludwig Thomsen, Heinrich Weber, Wilfried Steinmann, Reinhold Strugholz und Norbert Kruse. Für 40-jährige Mitgliedschaft eine Ehrung erhielten Bernd Görlich, Heinrich Wiemann, Friedhelm Kussmann, Andreas Hunecke und Bernd Oehlenberg. Ein halbes Jahrhundert Mitglied sind nun schon Peter Geist, Franz Kruse, Ludwig Wessel, Hubert Bölling, Rolf Jesse und Hans Jürgen Raulf.